Beim Marketing von produzierten Artikeln gibt’s 2 grundlegende Strategien:
1. die Befriedigung eines schon vorhandenen Bedarfs. Hier wird ein „benötigtes“ Produkt erzeugt erst nachdem der Bedarf bei einer potentiellen Kundengruppe festgestellt worden ist
2. die künstliche Erzeugung eine noch nicht vorhandenen Bedarfes. Hier wird das erstmal „sinnlose“ Produkt zunächst entwickelt, und dann ein künstliches Verlangen danach erzeugt, um es absetzen zu können
Bei den Photohandies lag eindeutig der 2. Fall vor. Das hat auch (zugegebenermaßen) super funktioniert.
Wenn man die Situation mal genauer analysiert fällt aber auf, daß die neuen Handies nicht von den eigentlichen Herstellern, sondern fast ausschließlich von den Betreibern der Mobielfunknetze beworben werden. Die gieren natürlich nach immer höheren Umsätzen, die heutzutage durchs reine telefonieren nicht mehr zu realisieren sind, also müssen neue „Anwendungen“ für die Handies her (und seien diese für den „normalen“ Anwender auch sinnlos, völlig egal).
Erst waren die Dinger „nur“ fürs telefonieren da, als diesbzgl. der Markt gesättigt war, sollte man sich gegenseitig SMS schicken, als hier der Markt ebenfalls ausgelastet war ging das mit dem verschicken von Bildchen los. Wenn das ausgereizt ist, wetten daß bald ‘ne neue „Anwendung“ auf den Markt kommt (mobiles Internet oder so).
Noch 2 Anmerkungen: eine Digitalkamera in ein Handy zu bauen verschlingt mit Nichten hohe Entwicklungskosten. Hier werden einfach 2 altbekannte Technologien miteinander kombiniert, wobei in diesem Fall noch nicht einmal Kompatibilitätsprobleme auftauchen, wodurch die Sache noch simpler wird.
Möglichst viele Geräte in einem Gehäuse miteinander zu kombinieren halte ich ebenfalls nicht für sonderlich erstrebenswert. Das war schon zu Zeiten der Kompakt-Stereoanlagen ein ziemlicher Irrweg. Um wirklich ein Stück brauchbare Technologie zu erhalten, gab’s einfach zu viele Nachteile (minderwertige Bestandteile, bei Defekt einer Komponente mußte die gesamte Anlage zur Reparatur geschickt werden, Schwierigkeiten die „richtigen“ Komponenten für den „Otto-Normal-Verbraucher zusammenzustellen, und, und, und).
Gruß
Christian