Autor Thema: Wann ist man eigentlich reich?  (Gelesen 79 mal)

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Offline Carnivore

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Wann ist man eigentlich reich?
« am: Februar 07, 2012, 13:18:09 Nachmittag »
Und ich meine jetzt wirklich finanziell und aus deutscher Sicht betrachtet.
Also nicht, wenn man eine tolle Kinder hat, oder gemessen an Verhältnissen in Eritrea.

Wie ich darauf komme:
Ich habe neulich einen Geldschein (10,- Euro) in meiner Jackentasche gefunden, an den ich mich beim besten Willen nicht erinnern konnte.
Da meine ein Kumpel: "Wenn das passieren kann, dann bist Du reich."
Hm...
« Letzte Änderung: Februar 07, 2012, 13:19:42 Nachmittag von Carnivore »

Offline CittàDiLocarno

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Re: Wann ist man eigentlich reich?
« Antwort #1 am: Februar 07, 2012, 13:31:44 Nachmittag »

Reich bin ich wenn ich für immer ausgesorgt habe.

Genug Geld habe ich, wenn ich für mein Geld arbeiten gehen muss und jeden Monat sparen kann.

Am reichsten würde ich mich fühlen wenn ich pysisch wie psychisch stets gesund bin und arbeiten nicht die überwiegende Hauptbeschäftigung in meinem Leben sein müsste ! ( Nach meiner festen Überzeugung alles was man über 40 Stunden die Woche macht wird eine Last )



Nicht weil die Dinge unerreichbar sind, wagen wir sie nicht - weil wir
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Offline Tim Binford

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Re: Wann ist man eigentlich reich?
« Antwort #2 am: Februar 07, 2012, 16:48:23 Nachmittag »
Ich denke, offiziell reich ist man dann, wenn man nicht gezwungen ist, eine Arbeit auszuüben, um zu leben,
sondern einfach genug Geld hat, um zu machen, was man will (also nicht mal, mit der Arbeit ganz aufzuhören,
was dann sicherlich auch ginge, aber keine Erfüllung bedeutet).

Ich würde beispielsweise meinen "Sachensucher"-Laden aufmachen, wobei meine Aufgabe halt darin besteht,
Dinge für Leute aufzutreiben, die selbst keine Lust zum Suchen, bisher keinen Erfolg oder keine Ahnung davon
haben, wo man die gewünschten Dinge denn nun auftreiben können soll (ob Zahnpasta mit Kirschgeschmack
oder 24-karätiger Natodraht, ganz egal - alles, was legal zu haben ist, besorge ich den Leuten). Allerdings
habe ich keine Ahnung, wie sowas jemals wirtschaftlich sinnvoll machbar sein soll (und einer Bank muss man
deshalb mit einem solchen Plan schon mal garnicht kommen), also geht sowas nur, wenn man reich ist.

Eben reich genug, um mit solchen Albernheiten gut gelaunt über den Tag zu kommen, ohne dabei immer den
immer tiefer rutschenden Stand des bösen Girokontos im Hinterkopf haben zu müssen...

Genug Geld auf der Tasche, um sorgenfrei leben zu können - ob mit oder ohne Arbeit - dann bist du reich.
Ein nettes (bezahltes) Eigenheim, ein oder zwei nicht zu übertrieben teure Autos, die alle zwei Jahre problemlos
gegen neuere Modelle ersetzt werden können, drei- viermal pro Jahr Urlaub egal wo, geschmackvolle, aber
nicht überkandidelte Kleidung, stets die neueste Unterhaltungselektronik, jedes Wochenende Essen gehen,
wenn man will - und dabei keine Ahnung zu haben, wo das Konto gerade steht, aber jederzeit das sichere
Wissen, dass diesbezüglich alles in feinster Ordnung ist. So in etwa.

Dann gibt es aber auch noch die höhere Stufe "obszön reich" à la Roman Abramowitsch, die man aber sicherlich
nach einer kurzen, aber heftigen Spielphase sturzlangweilig finden dürfte: Wenn man sich restlos alles einfach so
kaufen kann, bloß weil man gerade Lust darauf hat, gibt es wohl nichts wirklich Interessantes mehr im Leben.

"Du willst Madonna-CDs für deine Party? Lass den Quatsch, die soll hier antreten und live singen!" - Also nee...
When nothing goes right... - go left!

Offline CittàDiLocarno

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Re: Wann ist man eigentlich reich?
« Antwort #3 am: Februar 07, 2012, 18:31:07 Nachmittag »

Sehr gut geschrieben Tim !

Ich würde mich als reich sehen wenn ich meinen Tag zu 100% bestimmen könnte um richtig coole Erfahrungen zu sammeln. Als ersten würde ich auf einem Fischkutter zum Spass arbeiten wollen. Warum nicht bezahlen das mir das mitfahren überhaupt ermöglicht. Dies würde in Spanien stattfinden in dem Fischerdorf das ich schon mehrmals besucht habe. Der Vorteil dabei wäre, ich kann gehen wann ich will und muss nicht arbeiten weil ich muss.

Dann möchte ich einmal auf die Behringsee. Mal spüren wie kalt und windig das Wetter wirklich sein kann ! Auch hier wieder zum Spass mitarbeiten aber nur einige Stunden und mich nicht in Gefahr begeben " müssen".
Jetzt wäre für mich eine Reise nach Bilbao dran, Kultur und Fussball ! Eventuell einen Sprachaufenthalt über mehrere Monate. Klingt super, ist mehr als nur super. Ich möchte Menschen kennenlernen andere Kulturen und mit ihnen Fussball spielen.

Mich würde es auch interessieren in viele verschiedene Berufe einblicken zu dürfen. Es muss ja nicht immer gleich mitarbeiten sein.

Ihr merkt ich bin eigentlich nur derb gelangweilt vom Alltag. Etwas erleben, etwas sehen, etwas machen !

Ich habe auf der Arbeit viel gelacht weil mir die Menschen immer viel bedeutet haben, die Arbeit selber nimmt nicht die Momente ein, von denen wir etwas aus unserer Vergangenheit erzählen. Dies nur in Kombination um die Geschichten der Menschen um uns herum. Dies trifft zu wenn man über längere Zeit den selben Job am selben Platz erledigt.

Wir sind reich an der Abgestumpftheit unseres Lebens und möchten wieder etwas NEUES erleben.

Ein Deutscher aus Goodbye Deutschland hat etwas gesagt was mir immer noch im Kopf rumschwirrt :

Ich hatte einen GUT bezahlten Job und ein geregeltes Leben in Deutschland. Ich habe Deutschland verlassen weil alles hier wieder nichts mehr selbstverständlich ist.

 
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Offline Carnivore

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Re: Wann ist man eigentlich reich?
« Antwort #4 am: Februar 07, 2012, 19:03:07 Nachmittag »
@Citta:
Na also! "Machen können, was man will." DAS ist doch mal eine Definition!  :dh:

Ich habe übrigens bei gutefrage.net folgende Definition gefunden:
"In Deutschland ist arm, wer weniger als 781 Euro und reich, wer mehr als 3418 Euro monatlich verdient." Gemeint sind Einzelpersonen!
Mal abgesehen davon, dass ich die Beschreibung sehr dürftig finde, weiß ich jetzt auch nicht WER das festgelegt hat und ob es sich hierbei um brutto oder netto Einkommen handelt.

 

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